Es ist soweit! Am Sonntag, den 7. September fahren wir los. Am Vortag haben wir schon die KTM auf den Hänger geschnallt und das Auto mit dem Gepäck beladen. Auf der Brennerautobahn bis Affi gibt es immer wieder zähen Verkehr. Heute geht es bis Tortona (ca. 470 km). Dort kommen wir gegen 17.00 Uhr im Il Carrettino Country Hotel an. Auto und Hänger können wir im Innenhof abstellen. Wir beziehen das Zimmer und setzen uns dann in den Garten um etwas zu trinken. Nach einer kurzen Rast essen wir im Restaurant zu Abend. Es schmeckt uns gut. Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen packen wir zusammen und nehmen den zweiten Abschnitt in Angriff. Vor der Autobahn tanken wir noch voll und fahren dann Richtung Genua und weiter zur italienisch-französischen Grenze. Das Wetter ist schön und der Verkehr hält sich in Grenzen. Auf der französischen Autobahn bleiben wir drei Mal für eine kurze Pause stehen. Die Rastplätze hier sind sehr sauber und schön.
Gegen 16.00 Uhr erreichen wir nach ca. 500 km das Hotel Arles Plaza in Arles. Auto und Hänger können wir wieder am hoteleigenen Parkplatz abstellen. Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, nützen wir noch kurz den Pool und Whirlpool. Am Abend spazieren wir in die Innenstadt. Viele Restaurants sind geschlossen. Im Restaurant Jardin des Arts sitzen wir im Innenhof und genießen ein ausgezeichnetes Essen mit sehr gutem Wein (Aurelia). Nach dem guten Frühstück am nächsten Morgen geht die Fahrt weiter zum Ziel in Spanien. Wir kommen problemlos Richtung Toulouse mit ein paar Stopps zur spanischen Grenze und nach ca. 540 km gegen 16.30 Uhr am Ziel, dem Bungalow Park Isabena in Puebla de Isabena an. Wir bekommen gleich einen Bungalow zugewiesen und können Auto und Hänger direkt daneben parken. Der Bungalow liegt im Schatten von Bäumen und ist klein, aber gemütlich. Wir packen unsere Sachen aus und gehen dann etwas trinken. Anschließend essen wir im Restaurant und lassen den Abend im Bungalow ausklingen. In der Nacht wird es recht frisch, wir brauchen eine zusätzlich Decke.
Nach einem gemütlichen Frühstück im Bungalow richten wir uns für die erste Ausfahrt mit dem Motorrad zusammen. Wir wollen etwas die Umgebung erkunden. Toll ist, dass direkt ab dem Stützpunkt die Straßen sehr kurvig loslegen. Bereits zuhause habe ich mehrere Tourenvorschläge ausgearbeitet. Wir fahren zuerst Richtung Süden und biegen bei Lascuarre ab nach Osten. Die Straße bis Tremp ist sehr kurvig und teilweise ziemlich holprig. Unterhalb von Tremp ändern wir die Richtung nach Süden und fahren über Cellers und Camarasa nach Balaguer an ein paar sehr schönen Stauseen vorbei. Die Straße führt oberhalb der Seen am Berghang entlang und lässt sehr flottes Fahren zu. Über Alfarras, Alcampell und Benabarre kommen wir dann wieder zum Ausgangspunkt zurück. Wir waren rund 4,5 h unterwegs.
In der Nacht war es wieder recht frisch. Nach dem Frühstück so gegen 10.00 Uhr besteigen wir die KTM. Zuerst fahren wir nach Norden wo wir bei der Baustelle wieder 10 Min. warten müssen. Dann geht es bei wenig Verkehr sehr kurvig und flott bis nach Vielha. Dort schauen wir uns die Kirche an. Anschließend führt uns die Route zum Port de La Bonaigua, der auf immerhin 2.072 m liegt. Auf der Fahrt hinunter laufen uns viele Pferde auf der Straße entgegen. Die weiteren Straßen Richtung Süden nach Sort und La Puebla de Segur (N-260) sind sehr gut ausgebaut. Wir kommen flott voran. Kurz vor Sort machen wir in Llavorsi einen Kaffeestopp. Das kleine Restaurant "Arnui" bietet aber eine sehr gute Speisekarte, so essen wir gemeinsam ein hervorragendes Lammfilet. Die Rundfahrt führt uns über sehr gut ausgebaute Straßen noch etwas nach Süden und schließlich wieder zurück zum Campingplatz, wo wir um ca. 16.00 Uhr ankommen. Ich gönne mir ein rasches Bier. Wir gehen unter die Dusche und um 18.00 Uhr zum Abendessen ins Restaurant. Es war wieder ein feiner Tag. Die Temperaturen steigen langsam an.
Heute mache ich mich schon um 8.30 alleine auf den Weg. Eine 8 Stundentour zum Col du Pourtalet an der Grenze zu Frankreich, weiter zum Col d'Aubisque, dann über den Col du Soulor zum berühmten Col du Tourmalet. Zum Drüberstreuen nehme ich noch den Col d'Aspin mit bevor ich wieder die Grenze nach Spanien passiere und zum Stützpunkt zurückkehre.
In der Früh ist es noch recht frisch bei ca. 13 Grad. Aber das Wetter ist prachtvoll. Ich fahre sehr zügig die absolut leeren Straßen nach Ainsa und weiter auf der N-260 nach Fiscal, dann die A-136 zum Col du Pourtalet (1.794 m). Es wird eine herrliche Tour. Die Straßen sind wirklich lässig, die Aussichten einfach toll. Im oberen Teil des Col D'Aubisque (1.709 m) komme ich in den Nebel, die Sicht ist teilweise auf 10-15 m beschränkt. Da muss ich mich langsam vorwärtstasten, da doch einige Radfahrer und auch ein paar wenige Motorradfahrer unterwegs sind. Richtung Tal klart es dann wieder auf. Dasselbe ist dann noch beim Col du Soulor (1.474 m) wo die Sicht aber etwas besser ist. Beim Col du Tourmalet (2.115 m) hänge ich mich bei einem spanischen Biker an, der sehr flott die Straße hochfährt. Er dürfte die Straße nicht zum ersten Mal fahren. Oben grinsen wir uns gegenseitig zu. Hier oben sind ziemlich viele Radler. Es ist eben auch einer der bekannten Pässe auf der Tour de France. Nach dem Passfoto und einer kurzen Verschnaufpause geht es wieder weiter zum Col d'Aspin (1.489 m). Nachdem ich wieder im Tal bin mache ich noch eine Rast in Aragnouet. Anschließend geht es zügig durch den Grenztunnel nach Spanien. Bei Ainsa treffe ich dann wieder auf dieselbe Strecke wie bei der Herfahrt am Morgen. Die Tour ist ein echtes Highlight! Am Abend kocht Monika im Bungalow.
Wir machen heute eine kleinere Ausfahrt, ca. 3 h, 130 km
Erst nachdem es etwas wärmer geworden ist, starten wir. In Graus kaufen wir in einem Supermarkt Lebensmittel und Obst ein. dann fahren wir schöne Straßen weiter nach El Grado. Abizanda ist ein interessanter Ort mit tollen Steinhäusern. Dann geht es die A-2206 nach Norden und über Campo und Villacarli wieder zum Ausgangspunkt, dem Bungalowpark Isabena in La Puebla de Roda zurück.
Am Nachmittag legt sich Monika an den Pool und ich drehe noch eine schnelle Runde in der Umgebung. Dabei finde ich wieder eine Reihe toller Nebenstraßen. Es macht einfach viel Spaß hier zu fahren. Nahe beim Stützpunkt gibt es eine Tankstelle, wo ich jeweils am Abend die KTM volltanke. Ein kleines, gut sortiertes Geschäft ist auch vorhanden. Wir essen dann wieder im Campingrestaurant.
Heute ist Sonntag. Nach einem ausgezeichneten Frühstück mit frischem Baguette und Schokocroissant besteigen wir die Maschine. Der erste Stopp ist ganz nahe, im ehemaligen Bischofssitz Roda de Isabena. Wir fahren die Anhöhe hinauf und spazieren durch die schattigen Gässchen. Es ist strahlend schönes Wetter, in der Sonne wird es schon ziemlich warm. Danach geht es weiter Richtung Süden. Bei Saganta verlassen wir die schön ausgebaute N-230 und fahren nach Estopinan del Castillo. Dort ist Endstation, es ist eine Sackgasse. Man könnte nur zu Fuß im Nationalpark wandern. So suchen wir den Weg nach Baldellou über kleine Straßen.
Bei der Rückfahrt leiten mich das Navi über kleinere, sehr kurvige Straßen wieder Richtung Ausgangspunkt. Plötzlich stehen wir in einem Bauernhof, danach führt nur mehr ein Waldweg weiter. Das riskieren wir nicht. Also umdrehen und zurück auf die N-230. Irgendwann kommt es mir spanisch vor. Google Maps zeigt mir dann, dass ich mich zu weit östlich in Richtung Norden bewege. Also wieder ein Stück zurück und eine tolle kleine Straße weiter. Dann kommt ein Schild, 12,7 km nach Roda de Isabena. Gut, allerdings handelt es sich um eine schmale Schotterstraße. Aber es sieht ganz gut befestigt aus, also nehmen wir diese Route. Der Schotter wird dann jedoch immer gröber und es geht tlw. steil auf- und abwärts. Teilweise ist die Straße tief ausgewaschen, zwei Mal muss Monika absteigen, damit ich die heiklen Stellen alleine durchfahren kann. Ein paar enge Kehren werden auch noch angeboten. Eine typische Endurostrecke. Die Gegend ist wild, schön und einsam, die Fahrt zu zweit am Schotter aber schweißtreibend. Nach etwa 7 km beginnt dann wieder das Asphaltband. So kommen wir gut wieder am Campingplatz an. Jetzt erst einmal duschen und dann ein kühles Bier. Das zischt so richtig!
Und wieder zieht es mich auf die französische Seite der Pyrenäen. Ich starte um 9.00 Uhr nach einem kräftigen Frühstück . Im Grunde fahre ich die Tour vom ersten Mal in umgekehrter Richtung. Aber auch ein paar neue, kleinere Pässe nehme ich mit. In Bossost, noch auf spanischem Territorium biege ich nach links ab und fahre zum Col du Portillon (1.293 m) hinauf. Ein tolle Straße. Als nächstes steuere ich den Col de Peyresourde (1.569 m) an, wo ich auch nach Frankreich wechsle. Dann geht es weiter zum Col d'Aspin (1.489 m), wo ich ja schon war. Jetzt kann ich diese Pässe von der anderen Seite anfahren. Col du Tourmalet (2.115 m), Col Du Soulor (1.474 m), wieder mit Nebel, Col d'Aubisque (1.709 m), ebenfalls mit etwas Nebel. Schließlich fahre ich über den Col du Pourtalet (1.794 m) wieder nach Spanien und über schnelle Straßen zum Ausgangspunkt zurück. Wieder war ich 8 Stunden im Sattel. Nach der Dusche gibt es dann wieder ein gutes Abendessen im Restaurant.
Weil Monika die Fahrt um die Stauseen so gut gefallen hat, machen wir in etwa dieselbe Tour nochmals, jedoch in umgekehrter Reihenfolge. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber es gibt zwischendurch auch kurze Sonnenfenster. Zum Fahren ist die Temperatur angenehm. So kommen wir auf schneller Straße nach Balaguer und die schöne Route Richtung Norden entlang der Stauseen zwischen Camarasa und Cellers. Nach Tremp geht es weiter nordwestlich nach El Pont de Suert und schließlich wieder retour zum Ausgangspunkt zurück. Eine feine 4 Stunden Runde mit sehr unterschiedlichen Straßen. Breit und schnell, flott und kurvig, Serpentinen und schmale Stücke, alles dabei, was das Herz begehrt.
Der Wetterbericht verspricht bestes Wetter. Monika möchte etwas spazieren gehen und dann den Pool nützen. So schwinge ich mich um 9.00 alleine in den Sattel. Ich fahre die coole Strecke nach Ainsa und dann weiter Richtung Westen bzw. bei Jaca nach Norden Richtung Monte Tobazo, wo ich dann bei Le Somport wieder einmal die Grenze nach Frankreich überquere. Der Blick vom Grenzpass hinüber auf die französischen Berge ist herrlich. Wieder im Tal fahre ich Richtung Westen nach Lées-Athas, von wo es über eine sehr schmale kurvige Straße hinauf auf zum Col de Bouesou (1.009 m) geht. Eigentlich möchte ich mich dann schon über einen kleinen Pass, den Col de Labays (1.354 m) Richtung Spanien wenden, aber obwohl der Pass als offen gekennzeichnet ist, gibt es oben eine Straßensperre zw. 9.00 und 15.00 Uhr. Also wieder die schmale Straße auf der anderen Seite durch den Wald hinunter ins Tal. Bei einem kurzen Orientierungsstopp unterhalte ich mich mit einem deutschen BMW Fahrer, der ebenfalls umkehren musste. Dafür komme ich dann zu einer Traumstrecke über den Col de la Pierre St. Martin (1.760 m) wieder nach Spanien. Bei einem Stopp unterhalte ich mich mit einem Briten und einer Britin aus Wales, die mit ihren Bikes hier sind. Dann geht es flott südwärts nach Isaba und schließlich über Ainsa und Graus zurück nach La Puebla de Roda (841 m). Damit geht die letzte Tour in den Pyrenäen zu Ende. Beim Abendessen erzähle ich Monika von der schönen Tagestour. Insgesamt sind wir 2.610 km mit dem Motorrad gefahren, nie in eine heikle Situation gekommen und ich bzw. wir haben die tollen, meist leeren Straßen und die vielen Kurven sehr genossen. Die Landschaft hier in den Pyrenäen bietet wirklich unglaublich schöne Aussichten unterschiedlichster Art. Weite Ebenen, enge Schluchten, hohe Pässe, gewaltige Felsmassive und einsame Gegenden. Ein wahrer Genuss für jeden Motorradfahrer.
Am Abend haben wir die KTM noch auf den Trailer verstaut. Zum Frühstück genießen wir das Buffet im Restaurant, damit wir kein Geschirr mehr anpatzen müssen. Um 10.00 sind wir dann bereit für die Abfahrt. Wir verabschieden uns von den freundlichen Angestellten und nehmen im Grunde genau die umgekehrte Route wie bei der Herfahrt. In Arles übernachten wir wieder im Arles Plaza und essen wieder hervorragend im Jardin des Arts. In Tortona übernachten wir im Hotel Villa Giulia und gehen abends eine Pizza essen.
Die gesamte Heimfahrt verläuft wieder problemlos. Am Samstag kommen wir am Nachmittag gut zu Hause an. Es waren wirklich herrliche 14 Tage! Die Gesamtstrecke mit dem Auto waren immerhin knapp 3.000 km.