1. Tag - Anfahrt
ca. 530 km, 10 h
Das warme Herbstwetter erlaubt, dass ich so spät wie noch nie noch ein paar Motorradtage anhängen kann. Ich fahre um 09.00 Uhr los über die Autobahn bis nach Landeck und dann über die Reschenstraße nach Süden. Bei Martina biege ich ins Engadin ein. Es ist kaum Verkehr und die Landschaft zeigt sich in den schönsten Herbstfarben. Am See in Sankt Moritz vorbei geht es den kurvigen Malojapass hinunter nach Chiavenna. Am Comosee fahre ich am Westufer entlang nach Cernobbio. Um Zeit zu gewinnen nehme ich ein Stück die Autobahn Richtung Turin bei Mailand vorbei. Bald aber kehre ich wieder auf die Landesstraßen zurück. Schließlich komme ich um 18.45 bei meiner Unterkunft B&B Wellness JuniorSuite CAREN in Alba an. Ich trinke einen Espresso während ich auf die Besitzerin warte. Sie zeigt mir mein Zimmer und erklärt die Wellnessfunktion der Badewanne inkl. Whirlpool- und Saunafunktion. Das nütze ich natürlich gleich aus und gehe dann um 20.00 entspannt zum Abendessen. Es sind eine Pizzeria und ein Grillrestaurant direkt links. bzw. rechts der Haustür, welche ebenso zur Unterkunft gehören.
Die Pizza kann man sich selbst zusammenstellen, in verschiedensten Größen, mit verschiedensten Belägen und Zutaten. Dazu drei große Bier um den Flüssigkeitsbedarf wieder herzustellen :-). Danach schlafe ich gut bis zum Morgen.
22.10. - Fahrt nach Frankreich
ca. 440 km, 8 h
Das Frühstück nehme ich um 8.30 im Restaurant ein und mache mich eine gute halbe Stunde später auf den Weg. Es geht Richtung Westen über den Col de Montgenevre nach Frankreich. Die Strecke kenne ich schon und teilweise lässt es sich sehr flott fahren. Insgesamt muss man schon aufpassen, weil die Asphalttemperatur natürlich nicht mehr so hoch ist und in schattigen Stellen auch immer wieder nasse Abschnitte, teilweise mit Laub oder Nadeln bedeckt, vorkommen. Das Wetter spielt hervorragend mit. So komme ich nach Briancon und Guillestre und fahre gleich hinauf auf den Col de la Bonette. Jetzt stehe ich schon das 7. Mal hier oben. Ich bin fast alleine unterwegs. Am letzten Abschnitt von der Passhöhe bis zum Scheitelpunkt ist die Straße mit vielen kleineren Steinen und Felsstücken bzw. Schotter bedeckt. Aber ich kann gut dazwischen durch fahren. Am obersten Punkt genieße ich die Aussicht und mache ein paar Fotos. Es kommt noch ein deutscher Motorradfahrer und ein Auto. Auch die ganze Fahrt hinunter nach Saint-Etienne-de-Tinée bin ich komplett alleine auf der Straße. Dort mache ich eine kurze Rast bevor ich weiterfahre. Die KTM braucht noch eine Tankfüllung, dann geht es hinauf nach Isola 2000 und über den Col de la Lombarde wieder hinunter ins Tal. Die Lerchenwälder strahlen in den schönsten Herbstfarben. Am Abend gönne ich mir ein phantastisches Steak Fiorentina im Restaurant bei der Unterkunft.
23.10. - kurvenreicher Süden
ca. 430 km, 8 h
Heute steuere ich nach dem Frühstück ein paar unbekannte Straßen im Piemont und in Ligurien an. Über kleine Nebenstraßen Richtung Süden komme ich nach Ceva und weiter bei Begnasco nach Massimino, Maritani und kurz vor Garessio Richtung Osten über den Colle del Quazzo nach Calizzano über sehr kurvige Straßen bis nach Carpe und schließlich Alessio. Hier fahre ich ein Stück am Meer entlang bis nach Imperia. Um diese Zeit herrscht an der Küstenstraße auch sehr wenig Verkehr. Wieder Richtung Norden komme ich über Borghetto d'Arroscia zum Colle San Bernardo und schließlich retour nach Alba. Das Wetter ist ideal, nicht zu heiß, leicht bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Ich genieße die Fahrt sehr. Abends stärke ich mich wieder in der Pizzeria.
24.20. - Heimfahrt
ca. 560 km, 9,5 h
Nach dem Frühstück packe ich alles wieder ein und mache mich an die Heimfahrt. Zuerst wieder auf Landstraßen in Richtung Mailand. Bis Brescia regnet es immer wieder leicht, aber zu wenig, als dass sich das Auspacken der Regenmontur rentieren würde. Dann nehme ich die Autobahn bis Desenzano del Garda und danach wieder bei Affi bis Bozen Süd. Hier verlasse ich die Autobahn und fahre durch das Sarntal auf das Penser Joch. Die letzten hundert Höhenmeter ist es sehr nebelig, sodass die Sicht schon sehr eingeschränkt ist. Ich bleibe nur kurz auf der Passhöhe stehen und fahre dann weiter. Bald reißen die Nebel auf und es gibt einen schönen Blick ins Tal. Bei Sterzing bleibe ich auf der Bundesstraße und fahre bis nach Innsbruck. Dort nehme ich das letzte Stück über die Autobahn nach Hause.
Wieder waren es schöne Tourentage mit ca. 1.900 km. Dieses Mal aufgrund der Straßenverhältnisse mit nicht ganz so tiefen Schräglagen, aber trotzdem war der Fahrspaß hoch. Jetzt dauert es nicht mehr lange, dann werde ich die Nummerntafel über den Winter hinterlegen. Der Tacho zeigt knapp 43.900 km.